dienstag, 06.01., 19.30 Uhr
Lesezirkel - Eine Veranstaltung fÜr Mitglieder des Literaturhausvereins.

Foto: Wonge Bergmann
Am jeweils ersten Dienstag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr der Lesezirkel für unsere Mitglieder im Matthias Beltz-Raum des Literaturhauses.
Interessierte Mitglieder können gerne jederzeit zu dem im November 2008 gegründeten Lesezirkel dazu kommen. Das erste Buch, welches gelesen und besprochen wurde, war Cees Nootebooms „Roter Regen“. Herr Nooteboom war am 10. Dezember 2008 Gast in unserem Haus.
Bei Fragen zu den nächsten Terminen können Sie sich gerne an Claudia Gehricke unter CGehricke@online.de oder Hans Erhard Haverkampf unter vchav@t-online.de wenden.
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Foto: Studio Joël Heinzelmann / SV
EinfÜhrung: Burkhardt Lindner, Herausgeber
Lesung: Ursula Illert und Jochen Nix
„Im Traum nahm ich mir mit einem Gewehr das Leben. Als der Schuss fiel, erwachte ich nicht, sondern sah mich eine Weile als Leiche liegen. Dann erst wachte ich auf.“
„Ich träumte von einer Schülerrevolte. Dabei spielte Sternheim irgendwie eine Rolle, und später referierte er darüber. In seiner Schrift kam wörtlich der Satz vor: Als man zum erstenmal das junge Denken siebte, fand man darauf genährte Bräute und Brownings.“
Burkhardt Lindner hat erstmals die zu Lebzeiten publizierten und durch den Nachlass überlieferten Traumberichte und Reflexionen Benjamins in einer eigenen Ausgabe der Bibliothek Suhrkamp gesammelt. Sie reichen von Benjamins Traumaufzeichnungen bis zu seinen kurzen Aphorismen über größere Darlegungen zur Traumliteratur. Mit diesem schönen Lesebuch rückt eine weniger bekannte Seite des Werkes Benjamins in den Blick, die aber für sein Schreiben und Denken zentrale Bedeutung hatte.
Eintritt 6,- / 3,50

Laurence Sterne
Peter Heusch liest Laurence Sterne: „Leben und Ansichten von Tristram Shandy,
Gentleman“
Es war nicht die Geschichte des Slawbergius von der Nase des Diego, welche Mr Shandy derart umhaute, nein, es war der Kummer über eine ganz andere Nase, welche eigentlich gar nicht existierte. Mr Shandy entwickelt vor dem gerührten Onkel tiefsinnige Gedanken über des Menschen Elend und den Widerstand des Gemüts dagegen. Für diese Shandyanischen Einlassungen braucht es ein ganzes Kapitel, ohne dass Mr Shandy oder Onkel Toby die Treppe verlassen – aber schließlich wird klar, dass ein Umstand eingetreten ist, den man schon nicht mehr erwarten durfte: Mrs Shandy kommt endlich mit ihrem Sohne nieder! Und dessen Nase – ! Schlimmer noch: Weil Mr Shandy nicht rechtzeitig in seine Hosen kommt, wird das Kind irrtümlich auf den Namen TRISTRAM getauft. Tristram – ! Der Vater klagt sein großes Leid – und so jagt des Dichters Cerberus dahin, bespritzt die am Rande des Weges Stehenden mit Kot und tritt gar einen leibhaftigen König auf den Fuss. Das Elend über diesen schandbaren Namen rechtfertigt auch diesen Fehltritt – kann irgendjemand noch diesen Namen ändern?
Für Jahreskarteninhaber reservieren wir feste Plätze in jeder Tristram-Lesung. Jahreskarten für 2009 sind an der Abendkasse erhältlich.
Eintritt 6,- / 3,50 / Jahreskarte (10 Lesungen) 40,- / 25,-
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Foto: Alexander Paul Englert
Moderation: Stefana Sabin, Literaturkritikerin
Frau Tausig bäckt in einer Restaurantküche von Shanghai ihren ersten Wiener Apfelstrudel. Der Apfelstrudel war ihre Lebensrettung, denn der Restaurantbesitzer war begeistert. Später füllte sie einen Strudel mit Gemüse und hat mit dieser Variation die chinesische Küche mit etwas bereichert, was bis heute niemand mehr missen möchte: der Frühlingsrolle. Franziska Tausig aus Wien oder der Berliner Buchhändler Ludwig Lazarus sind zwei jener achtzehntausend Juden, die seit 1938 eines der letzten Schlupflöcher noch nutzen konnten und ohne Visum mit nur zehn erlaubten Reichsmark in der Tasche im fernen Shanghai landeten. Die Schriftstellerin und Lyrikerin Ursula Krechel hat in ihrem bewegenden Roman Menschen, die kaum Spuren hinterlassen haben, wieder eine Stimme gegeben. Nun erzählt sie von ihnen in einem fesselnden, poetischen Bericht zwischen Recherche und Fiktion.
Eintritt 6.- / 3,50

Foto: Jürgen Bauer
Moderation: Hubert Winkels, Deutschlandfunk
„Dort schrien die einen dies, die anderen das; denn in der Versammlung herrschte ein großes Durcheinander, und die meisten wussten gar nicht, weshalb man überhaupt zusammengekommen war.“
Diesen Satz aus der Apostelgeschichte 19.32 stellt Andreas Maier seinem neuen Roman voran: An einem heißen Sommertag wird auf dem Frankfurter Hauptfriedhof der tödlich verunglückte Regisseur Max Hornung beerdigt, der von Frankfurt am Main nach Potsdam gezogen war. Von dort sind viele eigenwillige Trauergäste angereist – aber was hatten sie mit Hornung zu schaffen? Hornung porträtierte in seiner Fernsehserie „Oststadt“ die Potsdamer, und kurz darauf entbrannte darüber ein Streit in der Stadt, der sich schon bald ins Possenhafte überschlug. Was hatte der Westler Hornung damit zu tun? Und: Hat Hornung davon gewusst? Andreas Maier, „einer der gewagtesten Schwadroneure unter den jungen Autoren“ (so Ulrich Greiner in der ZEIT), seziert wie in seinem Debüt „Wäldchestag“ komisch gewagt und verheerend ironisch die deutsche Gegenwartsgesellschaft, diesmal als Zentrum die ostdeutsche Provinz.
Mit freundlicher Unterstützung von Journal Frankfurt.
Eintritt 6,- / 3,50
Kinderbuch-Sonntag, 25.01., 15 Uhr
Eva Muszynski und Karsten Teich: „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“

Foto: Constance Hanna
Cowboy Klaus lebt auf seiner Farm „Kleines Glück“ mitten im Wilden Westen – und jetzt weiß er nicht, was ihm mehr stinkt: die langweilige Gartenarbeit oder das pupsende Pony, das plötzlich mitten in seinem Maisbeet steht. Andererseits braucht ein richtiger Cowboy natürlich ein Pferd – aber wie reitet man bloß darauf? Eva Muszynski und der Illustrator Karsten Teich bringen aber nicht nur üble Gerüche mit ins Literaturhaus, sondern auch das Schwein Lisa, die beste Freundin von Cowboy Klaus. Einfach ein verrückter Bücherspaß!
Eintritt 3,-, für Kinder ab 5 Jahren
Dienstag, 27.01., 20 Uhr
Die veranstaltung muss leider ausfallen!
Manfred Osten spricht mit Horst Bredekamp

Foto: Barbara Herrenkind
Sind wir Analphabeten im Umgang mit Bildern? Zur Notwendigkeit visueller Denkformen im 21. Jahrhundert
„Woran liegt es, dass wir immer noch Barbaren sind?“ Eine Frage, die schon 1794 Friedrich Schiller in den Briefen zur „ ästhetischen Erziehung“ des Menschen gestellt hat. Liegt das mit dieser Frage gestellte Problem möglicherweise noch heute in der Tatsache eines zu stark naturwissenschaftlich und begrifflich festgelegten Denkens? Der Berliner Kunsthistoriker Klaus Bredekamp hat u.a. eine umfassende Analyse visueller Denkformen am Beispiel von Galilei, Hobbes und Leibniz vorgelegt. Er plädiert darin dringlich für eine Schulung unserer Augen, um unseren Analphabetismus im Umgang mit Bildern zu überwinden und zu erkennen, dass Bilder in Wahrheit wesentlich und aktiv zur Welterschließung und Wissensproduktion beitragen. Vor dem Horizont sinnlicher Wahrnehmungsverluste und wachsender Abstraktionstendenzen soll daher im Gespräch mit dem Essayisten und Kulturhistoriker Manfred Osten vor allem das Phänomen der Sprachfähigkeit und Lebendigkeit der Bilder im 21. Jahrhundert thematisiert werden.
Eintritt 6,- / 3,50

Foto: Archiv S. Fischer Verlag
Moderation: Klaus Reichert, Herausgeber
Lesung: Birgitta Assheuer
„Kaum jemand wird das Schreiben so sehr als Folter empfinden wie ich“, schrieb Virginia Woolf im Juni 1936, dem Jahr, in dem dieser letzte Tagebuchband beginnt. Sie war damals vierundfünfzig Jahre alt, ihre eigene Krankheit und die ihres Mannes machten ihr zu schaffen, Freunde starben und die spürbaren Gefahren des Krieges drangen immer stärker in ihr Leben ein. Ihr Tagebuch nutzte Virginia Woolf zur Erholung vom Schreiben an ihren Romanen und Essays. Die Aufzeichnungen ihrer letzten Jahre handeln wie die früheren Tagebücher von den täglichen Freuden und Verzweiflungen, von ihren geliebten Klatschgeschichten, von Reisen, von Kommentaren der politischen Ereignisse in Europa und der bevorstehenden Katastrophe. Sie kämpft gegen die aufsteigende Depression. Am 28. März 1941, vier Tage nach ihrem letzten Tagebucheintrag, ertränkte sie sich in der Ouse.
Mit dem fünften Band ist die Herausgabe der Tagebücher von Virginia Woolf im S. Fischer Verlag abgeschlossen. Sie wurden von Claudia Wenner ins Deutsche übersetzt.
Eintritt 6,- / 3,50

Foto: Carsten Lerp
Moderation: Norbert Hummelt und Ricarda Junge
Über hundertzwanzig junge Menschen aus ganz Deutschland haben ihren „Wortsalat“ aus den Schubladen geholt und sich damit beim Schreibzimmer 2008 beworben. Keine leichte Aufgabe für die beiden Autoren und Leiter des Schreibzimmers, Norbert Hummelt und Ricarda Junge, hier eine Auswahl zu treffen! Sechsundzwanzig Nachwuchs-Schriftsteller haben es dann aber geschafft: Sie alle konnten an zwei Wochenenden im November mit gleichgesinnten Wortesammlern über Erzählzeiten und -perspektiven, über Figuren und Dialoge oder aber über Reimschemata und Rhythmus diskutieren. Sie konnten dort aber vor allem eins tun: nämlich über ihre Liebe zum Worteknobeln oder zum Geschichtenerzählen sprechen.
Zum Abschluss stellen die Jugendlichen ihre Texte dem Publikum vor. Norbert Hummelt und Ricarda Junge werden durch den Abend führen und über ihre Arbeit in den Schreib- werkstätten erzählen. Und im Anschluss laden die Frankfurter Rotary Clubs zu einem kleinen Umtrunk ein!
Mit dabei sind in diesem Jahr: Lisa Bönsel (Darmstadt), Yevgeniy Breyger (Magdeburg), Nils Fabian Brunschede (Taunusstein), Charlotte Busch (Darmstadt), Madalina Draghici (Frankfurt am Main), Olga Galicka (Frankfurt am Main), Alexander Gremm (Heppenheim), Katharina Groß (Kassel), Serhat Kizilboga (Herne), Eva Kissel (Bensheim), Jonas Kögler (Lorsch), Natalie Novakova (Frankfurt am Main), Juan Guse (Seligenstadt), Moana Keiper (Johannisberg), Erika Kojima (Frankfurt am Main), André König (Fulda), Nils Mario Müller (Frankfurt am Main), Lusalla Merveil Nzanza (Zweibrücken), Nastasja Penzar (Frankfurt am Main), Lisa Schetter (Münster), Janina Schreckenberger (Darmstadt), Claudia Wiggenbröker (Hagen), Sven Wimmer (Oestrich-Winkel), Altun-Dilan Yasar (Hamburg), Amine Zaitouni (Frankfurt am Main) und Simonida Zehr (Frankfurt am Main).
Unterstützt von der Aventis Foundation und den ROTARY Clubs in Frankfurt.
Eintritt frei