Der Lesezirkel trifft sich im gelben Raum.

 

eine veranstaltung fÜr mitglieder des literaturhausvereins

Am jeweils ersten Dienstag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr der Lesezirkel im gelben Raum des Literaturhauses. Interessierte Mitglieder des Literaturhausvereins sind hierzu jederzeit herzlich eingeladen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Claudia Gehricke unter CGehricke@online.de oder Hans Erhard Haverkampf unter vchav@t-online.de

Im Februar steht Herta Müllers „Atemschaukel“ auf dem Programm.

Der Eintritt ist frei.

 

Dienstag, 02.02., 20 Uhr

„Herman Bang – Eines Dichters letzte Reise: Drei ErzÄhlungen von Herman Bang, Klaus Mann und Friedrich Sieburg“

Herman Bang

Bild: Hermann Struck / Privatbesitz

Der Herausgeber Joachim Kersten stellt das Buch vor und liest „Der große Kahn“.

„Das Zittern des Bodens hat sich den Wänden mitgeteilt, die wie in schmerzvollen Rucken beben“, schreibt Herman Bang in seiner Erzählung „Der große Kahn“ über eine Atlantikpassage, die er schließlich selbst unternahm. Klaus Mann schildert Bangs Ankunft in der neuen Welt und Friedrich Sieburg seinen unheimlichen Tod auf einer Zugfahrt durch das nächtliche Utah. Drei Texte von drei großen Schriftstellern verbinden sich zu einer einzigen Geschichte – der Geschichte der letzten Reise Herman Bangs. Herman Bang (1857-1912) ist einer der größten dänischen Romanciers. Das Buch, versehen mit einem Essay von Joachim Kersten, erscheint im Verlag ARCHE.  

Eintritt 6,- / 3,50

 

Donnerstag, 04.02., 20 Uhr

Wolfgang Hegewald liest aus „Fegefeuernachmittag“

Wolfgang Hegewald

Foto: Ute Mahler

EinfÜhrung und GesprÄch: Katja Lange-MÜller

Wolfgang Hegewald, Bachmann-Preisträger und einst gefeierter Schriftsteller, legt nach zwölf Jahren beim Verlag Matthes & Seitz Berlin wieder einen Roman vor. Held und Erzähler ist der Schriftsteller Nathan Niedlich, der das Buch unter dem Pseudonym Wolfgang Hegewald veröffentlicht. In 42 Episoden erzählt Wolfgang Hegwald voller Sprachwitz und vitaler Komik das Leben Nathan Niedlichs, dem der erfolgreiche Durchbruch nicht gelingen will. Er erzählt von Enttäuschungen ohne Kränkungen, von Verletzungen ohne Bitterkeit. Die ein oder andere Figur des Literaturbetriebs ist mehr oder weniger eindeutig als real existierende Person zu erkennen, dennoch ist „Fegefeuernachmittag“ nicht unbedingt ein Schlüsselroman. „Es ist ein Spiel von Nähe und Ferne“, sagte Wolfgang Hegewald im „Deutschlandradio“, „aber es ist deutlich ein literarisches Spiel und kein Spiel mit der Identität alleine.“ 

Eintritt 6,- / 3,50

 

Montag, 08.02., 20 Uhr

Tristram-Day mit Peter Heusch

Laurence-Sterne

Laurence Sterne

Peter Heusch liest Laurence Sterne: „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ 21. Fortsetzung

Die pflegende Hand einer weltlichen flandrischen Nonne bewirkte die Liebe bei Korporal Trim, der sich ihrer erinnert in Gedenken an seine schwere Verwundung in der Schlacht bei Landen. Onkel Toby ist äußerst angeregt durch die Erzählung seines Korporals – und diese Euphorie denkt Mrs Wadman in ihrem Bemühen um die Liebe des Capitäns zu nutzen: Aug in Auge stehen sich die beiden – Toby und die Witwe – gegenüber; auf der Suche nach einem Sandkorn im „Weißen“ der Mrs Wadman. Spannungsvolle Augenblicke – in denen Onkel Toby zwar kein Sandkorn, wohl aber die Verliebtheit findet. Jetzt sitzen beide Seiten in einem Boot, jetzt gilt’s die Segel in den Wind zu drehen und Kurs zu nehmen auf das älteste der Spiele von Mann und Weib. Angriff und Gegenstoß werden sorgsam geplant, Mr Shandy schreibt seinem Bruder schnell noch einen Liebeslehrbrief – und dann kann der Händel beginnen –.

Mit den nächsten beiden Terminen am 22.03. und 19.04.2010 vollendet Peter Heusch nach zweieinhalb Jahren seine Komplettlesung von „Tristram Shandy“.

Eintritt 6,- / 3,50

 

Dienstag, 09.02., 20 Uhr 

Martin Walser liest aus „Mein Jenseits“

Martin Walser

Foto: Jim Rakete

BegrÜßung: Gottfried Honnefelder, Verleger und Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

„Je älter man wird, desto mehr empfiehlt es sich, darauf zu achten, wie man auf andere wirkt. Ich bin dreiundsechzig. Südlich der Donau sagt man zum Beispiel: Der und der wird auch allmählich komisch. Das merken alle, wissen alle, nur der, der allmählich komisch wird, merkt es nicht. Und sagen mag man’s ihm auch nicht.“ So beginnt Martin Walser neue Novelle – eine Geschichte über das Älterwerden: Der Protagonist, Chefarzt eines Provinzkrankenhauses, hat mit 63 aufgehört, seine Jahre zu zählen und sich daran gewöhnt, der „Alte Knabe“ in seiner beruflichen Umgebung zu sein. Doch plötzlich geschieht etwas Unerklärliches, was ihn zu seinem Rücktritt zwingt... „Mein Jenseits“ erscheint im Verlag Berlin University Press.

Mit freundlicher Unterstützung von Journal Frankfurt.

Eintritt 12,- / 8,-

 

Freitag, 12.02., 18 Uhr

sexyunderground im LektorenwerkstattgesprÄch

sexyunderground

sexyunderground, Foto: privat

Mit Karsten Kredel, Leiter des Literaturprogramms im Eichborn Verlag

Das Schreibzimmer, die Schreibwerkstatt des Literaturhauses Frankfurt, ist 2009 bereits in die dritte Runde gegangen. Ehemalige der Prosa- und der Lyrik-Werkstätten des Schreibzimmers treffen sich seit mittlerweile zwei Jahren regelmäßig im Literaturhaus, um miteinander über das Schreiben zu sprechen und zu streiten, an Texten zu feilen und an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Das Jungautorenkollektiv hat sich den Namen sexyunderground gegeben und bereits mit zwei Lesungen den Lesesaal des Literaturhauses gefüllt – zuletzt unter dem Motto „Goethe ist tot – Es lebe der sexyunderground“. Wegbegleiter der jungen Schreibenden ist Matthias Göritz, der zweimalige Leiter des Lyrik-Schreibzimmers. Die Gruppe, die sich selbst als „anziehende Untergrundbewegung“ bezeichnet, bekommt immer wieder Besuch von Schriftstellern zu Autorenwerkstattgesprächen. Mit von der Partie waren bisher u. a. Andreas Maier, Silke Scheuermann und Jamal Tuschik. Diesmal findet erstmals ein Lektorenwerkstattgespräch mit Karsten Kredel, dem Leiter des Literaturprogramms im Eichborn Verlag statt.

Diese Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Ehemalige des Schreibzimmers.

Eine Veranstaltung des Jungen Literaturhauses Frankfurt.

 

Sonntag, 21.02., 11 Uhr

Auftakt zum Schopenhauer-Jahr 2010

Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer, Bild: Frank Grüttner, Foto: Martin Url

BegrÜSSung: Matthias Koßler, Johannes-Gutenberg UniversitÄt, Mainz
EinfÜhrung und Moderation: Thomas Regehly, Schopenhauser-Gesellschaft

Schopenhauer lebte fast 30 Jahre in Frankfurt. Der Wahl-Frankfurter verfasste hier bedeutende Schriften, wie "Über den Willen in der Natur" (1836), den zweiten Band des Hauptwerkes (1844) und vor allem die "Parerga und Paralipomena" (1851), mit denen die "Komödie seines Ruhms" begann. Siebzehn Jahre lebte er an der Schönen Aussicht, wo er am 21.9.1860 im Haus mit der Nr. 16 starb. Anlässlich der 150. Wiederkehr seines Todestages am 21.9.2010 wird die Ausstellung "Was die Welt bewegt ... Schopenhauer und Frankfurt" im Karmeliterkloster eröffnet, die von einem internationalen Kongress und zahlreichen Veranstaltungen verschiedenster Frankfurter Institutionen begleitet wird. Den Auftakt bildet die um einen Tag vorgezogene Geburtstagsfeier am 21.2.2010 (Geburtstag ist der 22.2.1788.). Ein Flötenkonzert (mit Britta Roscher), Berichte über Schopenhauers goldene Taschenuhr (Gebr. Kegelmann) und "Schopenhauer in der digitalen Welt" (Dr. Mathias Jehn) sowie die Preisverleihung zum Essaywettbewerb "Schopenhauers Einfluß auf die bildenden Künste" sind einige der Programmpunkte für die Geburtstags-Matinee, die dem "Buddha von Frankfurt" im Literaturhaus Frankfurt gewidmet wird.

Eine Veranstaltung der Schopenhauer-Gesellschaft e. V. und des Literaturhauses Frankfurt.

Eintritt frei

 

Kinderbuch-Sonntag, 21.02. 15 Uhr

Martin Baltscheit liest aus der Kinderbuchreihe „Die wilden Zwerge“ und „Akkuratus 2“

Martin Baltscheit

Foto: privat

Sie sind wild, sie sind laut, sie machen Quatsch, sie lieben und sie zanken sich: Anton, Selin, Mara und die anderen von der Zwergengruppe im Kindergarten. Bei ihnen ist immer viel los – zu viel, meinen die Erzieherinnen. Im Stil einer Soap wird hier vom ganz normalen Kindergartenalltag erzählt: unbekümmert, witzig, ehrlich. Vielleicht wird dabei manchmal ein gaaaanz klein bisschen übertrieben. Wie das in Soaps und bei Kindern so ist. Am Ende geht es aber immer gut aus – an einem wohlbekannten Örtchen.

Von den Alltagsabenteuern der „Wilden Zwerge“ des Autorenkollektivs Meyer / Lehmann / Schulze erzählt an diesem Nachmittag Martin Baltscheit, Schriftsteller, Illustrator und Sprecher. Baltscheit wird auch sein eigenes, neues Bilderbuch vorstellen, die Geschichte vom kleinen Roboter „Akkuratus 2“, der – gerade auf der Erde gelandet – wortwörtlich Bauklötze staunt über all die Dinge, die ihm begegnen. Hierbei hat er vieles mit den ganz kleinen Bücherwürmern gemein, für die dieses Bilderbuch gedacht ist. „Die wilden Zwerge“ und „Akkuratus 2“ versprechen einen großen Spaß für die ganze Familie! Die wunderbaren Illustrationen von Susanne Göhlich und Ulf K. werden natürlich für alle zu sehen sein.

Martin Baltscheit erhielt als Sprecher der Hörbuchversion des Jugendromans „Simpel“ den Preis „Hörbuch des Jahres 2009“. Beide Reihen erscheinen im Klett Kinderbuch Verlag.

Eine Veranstaltung des Jungen Literaturhauses Frankfurt.

Eintritt 3,- , für Kinder ab 3 Jahren

 

Montag, 22.02., 20 Uhr

20. Frankfurter Arno Schmidt-Tag

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Arno Schmidt ca. 1935, Foto: Alice Schmidt, Copyright: Arno Schmidt-Stfitung

Bericht vom Nicht=MÖrder
Arno Schmidt Über Charles Dickens
Es lesen: Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma

„Oliver Twist“, „David Copperfield“ oder „Der Geist der Weihnacht“ – seit über 150 Jahren prägen diese weltweiten Bestseller auch in Deutschland das Bild des großen viktorianischen Erzählers Charles Dickens (1812-1870). Ein bisschen gutmütige Sozialkritik an der Grenze zum Kitsch, schmuddlige aber herzige Kinder, engstirnige Lehrherren, verschrobene alte Jungfern und rotbäckig-spleenige Käuze – kein Wunder, dass Dickens Romane immer wieder verfilmt wurden, von W. C. Fields über Walt Disney bis zu Roman Polanski. Kein Wunder aber auch, dass Arno Schmidt in seinem 1960 für den Rundfunk geschriebenen Dialog über Dickens den Akzent wieder mal ganz anders setzt. Er führt den manisch-getriebenen Großautor vor, der seine Lesetourneen durch Europa und die USA feldzugmäßig plant und sein Publikum durch virtuos rezitierte Mordszenen an den Rand der Hysterie treibt. Ein Medienstar des 19. Jahrhunderts, der emotionale Kraft mit fein konstruierter Prosakunst zu verbinden wusste. In der postmodernen Wiederentdeckung des Erzählens erweist Dickens sich als ein hochaktueller Künstler.

In Zusammenarbeit mit der Arno Schmidt-Stiftung und dem Suhrkamp-Verlag.

Eintritt 6,- / 3,50

 

Dienstag, 23.02., 20 Uhr

Arno Geiger liest aus „Alles Über Sally“

Arno Geiger

Foto: Marco Flammang

Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet, haben drei halbwegs erwachsene Kinder und wohnen in einem Wiener Vorstadthaus. Das Leben ging  seinen – vielleicht allzu ruhigen – Gang, bis Einbrecher in ihr Heim und damit in ihr Leben eindrangen, denn plötzlich ist nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund und Alfred, der die Liebe seines Lebens nicht kampflos ziehen lassen will, stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was ist denn dieses Leben, das wir beide geführt haben? Und was weiß ich überhaupt von dieser Frau nach dreißig gemeinsamen Jahren? Der österreichische Autor Arno Geiger erhielt 2005 den ersten Deutschen Buchpreis für seinen Roman „Es geht uns gut“. In „Alles über Sally“, im Carl Hanser Verlag erschienen, schreibt er noch einmal völlig neu einen großen Roman über die Geschichte einer Liebe, die nicht mit der Hochzeit endet, sondern mir ihr erst richtig beginnt.  

Mit freundlicher Unterstützung von Journal Frankfurt.

Eintritt 6,- / 3,50  

 

Donnerstag, 25.02., 20 Uhr

Alissa Walser liest aus „Am Anfang war die Nacht Musik“

Alissa Walser

Foto: A. Buxhoeveden

Moderation: Alf Mentzer, hr2-kultur

An einem Wintermorgen in Wien im Januar 1777 geht Franz Anton Mesmer, der bekannteste Arzt der Stadt, in seine Praxisräume hinab, um sich auf einen wichtigen Krankenbesuch vorzubereiten. Seine neue Patientin ist die blinde Maria Theresia, Tochter des Hofsekretärs Paradis, eine virtuose Klavierspielerin, die bereits der gleichnamigen Kaiserin vorgespielt hat. Das Mädchen ist zuvor von unzähligen Ärzten beinahe zu Tode kuriert worden, Mesmer will sie heilen und nimmt sie in sein magnetisches Spital auf. Mesmer ist überzeugt, durch diesen spektakulären Fall für seine „magnetische Methode“ endlich die ersehnte Anerkennung der akademischen Gesellschaft zu finden. Doch trotz rasch einsetzender Heilerfolge entfesseln die maßgeblichen Köpfe der Zeit einen medizinischen Skandal. Alissa Walser, Bachmann-Preisträgerin, Übersetzerin und Malerin, schrieb in hochmusikalischer Sprache einen Roman über Krankheit und Gesundheit, über Musik und Wissenschaft. Das Buch ist im Piper Verlag erschienen.

Eintritt 6,- / 3,50