Freitag 02.03.12 / 19.30 h

Péter Nádas: Parallelgeschichten

Peter Nadas

(c) Barna Burger

Moderation: Martin Lüdke (Literaturkritiker)

Als die „Parallelgeschichten“ in Ungarn erschienen, wurden sie als ein „Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts“ begrüßt. Der gut 1.700-seitige Roman beginnt mit einer kriminalistischen Szene im Berliner Tiergarten und entwirft dann aber ein Panorama europäischer Geschichte, das aus der Sicht und Ereignishaftigkeit einer Budapester Familie und deren Freunden plastisch wird. Die Fülle der Historien und der Ereignisse, die kaum zu einer einzigen Geschichte vereinbar sind, bändigt Péter Nádas in der Geschichte des begehrenden Körpers, der zum eigentlichen Schauplatz der Ereignisse wird. Die Sexualität seines Handlungspersonals ist das „glühende Magma“, das die „Parallelgeschichten“ (Rowohlt) zur Explosion bringt.

In Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen

Eintritt 9 / 6 Euro / Karten bestellen

 

Montag 05.03.12 / 19.30 h

Matthias Altenburg: Jan Seghers’ Geisterbahn. Tagebuch mit Toten

Matthias Altenburg

(c) Susanne Schleyer

Moderation: Annette Reschke (Verlag der Autoren)

Im Dunkeln ist gut munkeln. In Geisterbahnen irisieren Geister, dunkle Mächte und Spinnwebnetze. Was nach einem neuen Kriminalroman von Jan Seghers klingt, entpuppt sich als Ansammlung feinsinniger Beobachtungen der Gegenwart, die Matthias Altenburg umgibt. In seinem Blog „Jan Seghers’ Geisterbahn. Tagebuch mit Toten“ (Rowohlt) beschreibt er seit einigen Jahren Alltag und Ausnahme, Abwegiges und Gewöhnliches, Tristes und Lustiges. Nun wird aus dem Internetreport ein Roman und der Leser lernt dazu: „Am 29. März 1963 starb die Sängerin Texas Ruby Agnes Owens an einer Überdosis Mousse au Chocolat … nein, sie war mit einer brennenden Zigarette in ihrem Wohnmobil eingeschlafen.“ Denn stete Begleiter sind die Toten. Edith Piaf und Franz Josef Degenhardt, Thomas Bernhard, Anna Seghers und Sid Vicious. Ein Geisterbahnstreckennetz durch die Welt.

Mit freundlicher Unterstützung von Journal Frankfurt

Eintritt 7 / 4 Euro / Karten bestellen

 

Dienstag 06.03.12 / 19.30 h

Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch XIV

Thomas Hettche

(c) Thomas Andenmatten

Mit Thomas Hettche, Ina Hartwig, Alf Mentzer und Hubert Spiegel

„Schöne Aussichten“, das ist Literarisches Quartett ohne Quotendruck und Fernbedienung. Mittendrin sitzt das Publikum, wenn gefochten, geschlichtet und abgewägt wird. Die Wortakteure sind: die freie Literaturkritikerin Ina Hartwig, hr2-Literaturchef Alf Mentzer und F.A.Z.-Redakteur Hubert Spiegel sowie ein Gast, der stets dazu geladen wird. Dieses Mal der Autor Thomas Hettche („Die Liebe der Väter“, KiWi). Diskutiert werden heute jedoch aktuelle Bücher anderer Autoren. Welches Buch dem weniger gefürchteten als vielmehr beliebten Haltbarkeitstest unterzogen wird sowie alle weiteren Titel des Abends lesen Sie im Februar aktuell und online hier.

Kooperations- und Medienpartner hr2-kultur // Sendung am 11.03.12, 12.05 – 13.00 h

Eintritt 7 / 4 Euro / Karten bestellen

 

Dienstag 06.03.12 / 19.30 h

Lesezirkel

Der Lesezirkel trifft sich im
Matthias Beltz-Raum.

 

eine veranstaltung fÜr mitglieder des literaturhausvereins

Am jeweils ersten Dienstag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr der Lesezirkel im Matthias Beltz-Raum des Literaturhauses. Interessierte Mitglieder des Literaturhausvereins sind hierzu jederzeit herzlich eingeladen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Claudia Gehricke unter CGehricke@online.de oder Hans Erhard Haverkampf unter vchav@t-online.de.

Auf dem Lektüreprogramm: "Abbitte" von Ian McEwan

Eintritt frei

 

Mittwoch 21.03.12 / 19.30 h

Javier Marías: Die sterblich Verliebten

Javier Marias

Foto: El Pais * 2006

Moderation: Michi Strausfeld (Lektorin)
Lesung deutscher Text: Anna Böger

Der große spanische Romancier, Erzähler und Essayist Javier Marías („Mein Herz so weiß“) legt mit „Die sterblich Verliebten“ (S. Fischer) einen Roman vor, der packend und fesselnd um die Grenzen von Wahrheit und Lüge, von Liebe und Tod weiß: Luisa und Miguel sind das perfekte Paar. Das weiß vor allem María. Seit langem beobachtet sie heimlich die Liebenden. Doch dann stirbt Miguel auf mysteriöse Weise und María gerät in einen Strudel erschreckender Ereignisse. Wie viel darf die Liebe? Das ist die menschengroße Frage, die dieser Roman einkreist. Erzählt aus der Perspektive einer Frau, übersetzt von Susanne Lange.

In Kooperation mit S. Fischer Verlag

Eintritt 12 / 8 Euro / Karten bestellen

 

Donnerstag 22.03.12 / 10.30 h

Zoran Drvenkar: Die Kurzhosengang und das Totem von Okkerville

Cover-Kurzhosengang

 

Lesung für Schüler der 5. – 6. Klasse

Eine Legende kehrt zurück! Die vier Jungs Rudolpho, Island, Snickers und Zement, in ganz Kanada und überhaupt auf der ganzen Welt als „Kurzhosengang“ bekannt, machen endlich wieder ihren Heimatort Okkerville unsicher. Oder – wer macht hier eigentlich wen unsicher? Ein unheimlicher Totempfahl scheint die ganze Stadt zu bedrohen und ausgerechnet die unheimlichste Frau vor Ort weiß mehr darüber. Die Jungs geraten in ein Abenteuer und eben dieses führt sie bis nach Alaska und mitten hinein in ein uraltes Geheimnis… Zoran Drvenkar erzählt einem Schülerpublikum von den neuen Abenteuern der Kurzhosengang rund um das „Totem von Okkerville“ (cbj).

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung

Eintritt 3 Euro / Karten bestellen

 

Montag 26.03.12 / 19.30 h

Christian Kracht: Imperium

Christian Kracht

(c) Frauke Finsterwalder

Christian Krachts vierter Roman wurde lange erwartet. In der Zwischenzeit haben Dirk von Lowtzow, Schorsch Kamerun und Dieter Meier schon mal „Faserland“, „1979“ und „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ als Hörbuch eingesprochen. Erschienen dann als „Triptychon“. „Imperium“ nun ist eine Aussteigergeschichte, ein Abenteuerroman in Deutsch-Neuguinea zur wilhelminischen Zeit (KiWi). Held der Geschichte ist ein vegetarischer Sonnenanbeter, der die Welt retten und ein neues Reich gründen wollte, stattdessen aber doch nur in einen Strudel des Wahnsinns gerät in einer Welt, die in die Moderne aufbricht, dort aber, im dschungelhaften Paradies, dem Untergang geweiht ist.

In Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen

Eintritt 9 / 6 Euro / Karten bestellen

 

Dienstag 27.03.12 / 19.30 h

Marion Brasch: Roman einer fabelhaften Familie

Marion Brasch

(c) Juergen Bauer

Moderation: Insa Wilke (Literaturkritikerin)

Marion Brasch, die Radiomoderatorin, erzählt eine Familiengeschichte der DDR. Es ist ihre Familie. Es ist ihr großer Bruder Thomas Brasch, es sind die anderen beiden, Klaus und Peter, Schauspieler der eine und kaum gedruckter Autor der andere. Ihr Vater ist der stellvertretende Minister für Kultur, ihre Mutter die zurücksteckende Korrespondentin des Neuen Deutschland. „Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal von zu Hause fortlief. Ich kann mich nicht daran erinnern“, schreibt Marion Brasch, „doch mir wurde diese Geschichte immer wieder und von verschiedenen Seiten auf sehr widersprüchliche Weise kolportiert.“ So beginnt der Roman „Ab jetzt ist Ruhe“ (S. Fischer) und erzählt von Erfolgen und Revolten und dem zu frühen Verlust der drei Brüder. Dass dies ein intimes Unterfangen ist, wird nicht ausschlaggebend sein, wenn man den Roman von Marion Brasch bald zu den Wichtigsten des Frühjahrs zählt.

Eintritt 9 / 6 Euro / Karten bestellen

 

Donnerstag 29.03.12 / 19.30 h

Dorothea Grünzweig und Norbert Hummelt: „In Rufweite zu Gott“

Dorothea Grünzweig

Norbert Hummelt

Dorothea Grünzweig (c) privat
Norbert Hummelt (c) Nadja Küchenmeister

Vierter und abschließender Abend der Veranstaltungsfolge „Religionen sind Gedichte“

Unsere früheste Empfindung von Poesie und magischen Wörtern verdanken wir den Liedern der Kindheit. Auch geistliche Lieder darunter, in denen eine Verheißung der Paradiessprache aufblitzt. In den Gedichten von Dorothea Grünzweig, die in einem protestantischen Pfarrhaus in Korntal bei Stuttgart aufgewachsen ist und die pietistische Gefühlskultur der Empfindsamkeit poetisch fortsetzt, vernehmen wir das Echo dieser geistlichen Lieder. In ihrem neuen Band „Sonnenorgeln“ (Wallstein) entwirft die in Finnland lebende „Bürgerin zweier Sprachwelten“ zarte Bilder unmittelbarer Berührung mit den „Wesen zwischen Erde und Himmel“. Solche Wesensverwandtschaft von Dichtung und Religion begegnet uns auch bei Norbert Hummelt. Er schreibt Texte, die sich auch im neuen Band „in Rufweite zu Gott“ ansiedeln („pans stunde“, Luchterhand). Man kann sehr genau die Lichtverhältnisse dieser Texte bestimmen: Es ist ein warmer Schein, ein begütigendes Glimmen, das auf allen Gegenständen liegt.

Kuratiert von Michael Braun und Henning Ziebritzki in Zusammenarbeit mit Hauke Hückstädt

Gefördert von der EKHN-Stiftung

Eintritt 7 / 4 Euro / Karten bestellen